• Molière oder „Die Suppe des Mannes“, französisches Theater an der IGS

    by  • 5. Oktober 2015 • Aktuelles

    Unter diesem Titel gastierte das Théâtre-Anima am 24. September in der Aula der IGS Kaufungen. Eingeladen hatte der Fachbereich Französisch mit der Unterstützung des Elternbeirats, um den Französisch lernenden Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 9 und 10 auch einmal einen kleinen Blick auf die geschichtlich-kulturelle Seite Frankreichs zu ermöglichen.
    In seinen Theaterstücken hat der Dramatiker Molière vor allem das soziale Verhalten der Menschen kritisch aufs Korn genommen („Die Preziösen“, „Der eingebildete Kranke“, „Der Menschenfeind“, usw.) und den Zuschauern damit komödiantisch einen Spiegel vorgehalten, was Ludwig XIV. nicht immer gefiel und ihn dazu veranlasste, Moliere aus seiner Gunst zu streichen. So war dieser gezwungen, eine Weile unterzutauchen.
    Dies ist der Aufhänger der beiden Schauspieler für ihre Präsentation auf der Bühne der IGS und so verquicken sie das Leben Molières mit dem Thema in einem seiner Theaterstücke: um nicht entdeckt zu werden, verdingt sich Moliere als „valet“ (Diener) beim „Geizigen“, einem seiner berühmtesten Protagonisten. Da es natürlich immer wieder ums Geld und eine gewinnträchtige Heirat ohne Rücksicht auf die Liebe geht, wird deutlich, dass mit der „Suppe des Mannes“ die Frau gemeint ist.


    Mit einfachen, aber dennoch eindrucksvollen Mitteln schlüpften die beiden Akteure nacheinander in die verschiedensten Rollen. In der Manier der Commedia dell’arte trugen sie je nach Figur unterschiedliche Masken. Das versetzte sie in die Lage, den Schülern das Leben des berühmten Dichters, Theaterdirektors und Schauspielers Molière in der Zeit des Sonnenkönigs spielerisch nahezubringen. In der Rolle des Dieners konnte sich der Schauspieler zwischendurch unters jugendliche Publikum mischen und mit ihm in Kontakt treten, was sehr positiv angenommen wurde.
    Im Anschluss blieb noch Zeit für Fragen und Erklärungen und genauerem Vorstellen der Masken.
    Birgit Horn-Gerhold