• 160 Achtklässler wollten alles wissen

    by  • 31. Juli 2015 • Aktuelles, Berichte BSO

    Berufsinformationstag an der IGS Kaufungen

    Zum ersten Mal fand an der Integrierte Gesamtschule Kaufungen ( IGS) ein Informationstag zum Thema „Studium und Beruf“für die Jahrgangsstufe 8 statt. Rund 160 Schüler hatten die Möglichkeit, mit zwei Betrieben ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und Kontakte zu knüpfen.

    Zu Gast waren Kasseler Unternehmen wie Bombardier, Hackländer, Technoform, die Kasseler Bank, vertreten waren auch der Bundeswehrstandort Kassel, die Handwerkskammer, die Agentur für Arbeit und das Evangelische Fröbelseminar, eine staatlich anerkannte Fachschule für Sozialwesen.

    Christoph Illner, der das Thema Berufsorientierung an der IGS koordiniert, zog eine positive Bilanz: „Der Tag war eine gute Vorbereitung. Alle gehen im Anschluss in ein dreiwöchiges Betriebspraktikum, einige müssen nach den Sommerferien schon die Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz schreiben.“

    Für Marvin Bronka (14) ist klar: Er möchte einen Beruf im gewerblich-technischen Bereich erlernen, gerne in der Metallverarbeitung, Industriemechaniker ist eine Alternative. „Ein Freund von mir arbeitet in dem Bereich. Das scheint Spaß zu machen“, sagt er. Ein möglicher Ausbildungsbetrieb ist Bombardier in Kassel.
    Marvin nutzte den Informationstag, um sich über Perspektiven dort zu informieren. Die wichtigste Erkenntnis: „Es hat mich erschreckt, wie wenig Bewerber für diesen Ausbildungsberuf pro Jahr angenommen werden. Nur drei von 450, auch bei guten Abschlüssen.“

    Paula Wihl (13), möchte nach dem Abitur auf jeden Fall studieren, und zwar Tiermedizin. Ihr Betriebspraktikum macht sie aus diesem Grund auch in der Kaufunger Tierklinik. „Ich finde die Arbeit dort sehr spannend“, sagt sie. Bereits seit acht Jahren reitet sie und so ist ihr auch die Klinik vertraut. Der Informationstag war für sie die Chance, die Bundeswehr als Arbeitgeber kennenzulernen: „Das Angebot hat mich besonders interessiert, weil ich dort neben einer zivilen oder militärischen Ausbildung auch studieren kann.“ Ob sie sich tatsächlich dafür entscheidet, das weiß sie heute noch nicht.

    Doch Illner geht es nicht nur um Orientierung im Bereich der Ausbildungsberufe und -betriebe. „Uns ist es auch wichtig, so früh wie möglich Studienorientierung zu geben und den Nachfragen der Schüler gerecht zu werden. Da sind wir an der IGS gut aufgestellt.“

    Für Schüler und Betriebe waren die Gespräche eine gute Erfahrung. Jörg Lückert vom Karrierecenter der Bundeswehr lobte: „Die Gespräche waren gut vorbereitet und gingen richtig in die Tiefe.“

    Von Veranstaltungen wie dieser profitieren nicht nur die Schüler, sondern auch die Unternehmen. Lothar Slama, Ausbildungskoordinator bei Bombardier in Kassel, und Dr. Isabel Schneider-Wölfinger vom Evangelischen Fröbelseminar waren sich einig: „Die Kooperationen mit den Schulen sind enorm wichtig, um Nachwuchs zu finden.“

    Simon Birk (15) ist noch unschlüssig, für welche Ausbildung er sich nach der Mittleren Reife entscheiden soll. Sein Hobby ist das Zeichnen. Er mag Mathe und Physik. Und das Arbeiten mit Metall macht ihm Freude. Im Wahlpflichtfach „Konstruieren und Bauen“ hat er erste Erfahrungen damit gesammelt.
    „Industriemechaniker, das könnte etwas für mich sein“, sagt er. Um den Beruf besser kennenzulernen, macht er sein Betriebspraktikum bei Bombardier. Während des Informationstags sammelte er Informationen über den Betrieb: „Mich hat vor allem interessiert, welche Züge Bombardier herstellt.“

    Albin Reiter kann sich gut vorstellen, später einen Beruf zu ergreifen, bei dem er mit Kindern und Jugendlichen arbeitet – zum Beispiel als Sozialarbeiter oder Pädagoge. Während des Informationstags suchte er den Kontakt zum Evangelischen Fröbelseminar, wo unter anderem Erzieher ihre Ausbildung machen. „Mich hat interessiert, welche Eigenschaften man mitbringen muss“, berichtet er. „Vor allem Kontaktfreude und Belastbarkeit.“ Eigenschaften, die ihm nicht fremd sind, er engagiert sich ehrenamtlich, betreut Kindergottesdienste. Das Abi ist sein Ziel: „Denn das ist Voraussetzung für ein Studium.“(pke)

    Quelle: HNA vom 24.07.2015 – Ausgabe HNA Kassel-Ost, Söhre-Kaufunger Wald

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