• Pädagogisches Ganztagskonzept der IGS Kaufungen

    Standortbeschreibung

    Als Regelschule der Sekundarstufe I (Jahrgänge 5 – 10) besteht die Integrierte Gesamtschule seit 1970. Sie arbeitet im Schulverbund mit den zugeordneten Grundschulen der Ortsteile Nieder- und Oberkaufungen, sowie mit den Grundschulen in Helsa, Helsa-Eschenstruth und Nieste zusammen. Die Akzeptanz mit Blick auf das Einwahlverhalten nach der Grundschule ist groß; die Übergangsquote liegt bei über 85 % mit teilweise steigender Tendenz.

    Die Zusammenarbeit mit den benachbarten Gesamtschulen Niestetal und Lohfelden, sowie den Schulen im Schulverbund Kassel-Ost ist geprägt von dem gemeinsamen Bemühen, qualifizierte Übergänge in die zugeordnete Oberstufe der Herderschule in Kassel zu gewährleisten. Hier leistet die Gesamtschule Kaufungen aufgrund der Schülerzahlen einen wesentlichen Beitrag für die Stabilität dieses anschlussbezogenen Schulangebotes.

    Auf dem Weg durch die Bildungsgänge und zu den verschiedenen Abschlüssen vermitteln wir unseren Schülerinnen und Schülern nicht nur eine solide fachliche Grundbildung, sondern wollen sie – vor allem – auch dazu befähigen, ihr Lernen und Arbeiten zunehmend selbstständiger zu organisieren und in die eigenen Hände zu nehmen. „Das Lernen zu lernen“ wird angesichts der von der modernen Leistungsgesellschaft geforderten Bereitschaft jedes Einzelnen zu lebenslanger beruflicher Mobilität und Weiterbildung immer wichtiger.

    Profil- und Projektunterricht sind feste Bestandteile des Schulprofils. An die Stelle früher Einordnung nach Schulformen und angestrebtem Abschluss setzen wir unser Konzept allmählich zunehmender leistungsbezogener Differenzierung in den Kursfächern unter Beibehaltung des stabilen Klassenverbandes vom 5. bis 10. Schuljahr.

    Darüber hinaus gibt es neben der Pflichtunterrichtszeit die Möglichkeit, an einer Hausaufgabenbegleitung teilzunehmen. Im Konzept der schulischen Berufsorientierung sind Projekte zur Berufswahl (Informationstag Studium und Beruf, Betriebspraktikum Jahrgänge 8 und 10, KomPo 7, Praxis-Projekt-Lern-Tag (PPL), Berufseinstiegsbegleitung, Betriebserkundungen während der Vorhabentage im Jahrgang 8, CT BOBI, Projekt Mensch), kontinuierliche Praxistage (Qualitätssiegel des HKM) und Trainingskurse für die Abschlussprüfungen vorgesehen.

    Die beschriebene Situation war Grundlage für die Beantragung einer pädagogischen Mittagsbetreuung und der erfolgten Zuweisung durch das Kultusministerium von 1,5 Lehrerstellen seit dem Schuljahr 2001/02 und einer Erweiterung um 1 Stelle ab dem Schuljahr 2009/10 . Das zugrunde liegende Konzept war abgestellt auf eine „Pädagogische Mittagsbetreuung an drei Tagen“. Aufgrund der kontinuierlichen inhaltlichen und organisatorischen Weiterentwicklung des Ganztags und der Umsetzung entsprechender IZBB-Maßnahmen im Schuljahr 2006/07 arbeitet die IGS nunmehr faktisch als Ganztagsschule im Profil 2 mit einer aktuellen Zuweisung von 5,5 Stellen.

    Die Gesamtschule Kaufungen wird von 930 Schülerinnen und Schülern (Stand: Februar 2017) besucht, die in 37 Klassen von 70 Lehrkräften unterrichtet werden. Zudem gibt es eine Intensiv-Klasse für Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache.

    Besonderer Schwerpunkt ist seit November 2005 die Einrichtung der Schulsozialarbeit durch den Landkreis Kassel in Kooperation mit den Ev. Kirchengemeinden Ober- und Niederkaufungen und den Gemeinden Kaufungen, Helsa und Nieste mit Unterstützung eines eigenständigen Fördervereins. Damit stehen der Schulgemeinde 2 sozialpädagogische Mitarbeiter mit insgesamt 52 Wochenstunden zur Verfügung.

    Mit der Fortschreibung des Schulprogramms erfolgt die Entwicklung zur Teamschule beginnend ab dem Schuljahr 2008/09 und die Einführung eines modifizierten Differenzierungskonzeptes ab dem Schuljahr 2009/10.

    Bei dem ca. 1969/1970 errichteten Hauptunterrichtsgebäude der Schule wurde im Jahr 2008 bei der Sanierung der Fassade eine Schadstoffbelastung mit PCB festgestellt. Die in den Gremien der Schule und des Schulträgers nachfolgend geführte Diskussion brachte im Ergebnis die Entscheidung eines kompletten Neubaus des Schulgebäudes beginnend mit dem Schuljahr 2009/10. Die Inbetriebnahme des gesamten Schulneubaues (Klassenhäuser und Zentralgebäude) erfolgte im Oktober 2012.

    Pädagogisch-didaktische Aspekte

    Das integrierte Konzept zur ganztägigen Öffnung der Schule ist ein Element der Weiterentwicklung unseres schulischen Auftrags. Im Schulprogramm ist die organisatorische Entwicklung (Teil II – Modul 3) und der Zusammenhang Unterricht/Wahlunterricht/Mittagspause, sowie die Perspektive Ganztagsschule in offener Konzeption aufgenommen, so dass sich auch unmittelbar daraus ein Handlungsauftrag ergibt.

    Mit der Zielsetzung „Mehr Zeit zum Fördern, Lernen, Leisten“ sind die folgenden pädagogischen und didaktischen Argumente für die Schule entscheidend:

    • Vertieftes erweitertes Lernen:In der Ganztagsschule ist der Tagesablauf rhythmisiert; Anstrengungsphasen wechseln mit Entspannungsphasen. Selbsttätigkeit und Eigenverantwortung treten stärker in den Blick. Lehrerinnen und Lehrer, zusätzliche Fachkräfte und Experten fördern Motivation, Lernstrategien, Fachwissen und die individuellen Methoden der Schülerinnen und Schüler.
    • Stärkung von Kompetenzen: Die in der ganztägig arbeitenden Schule zusätzlich zur Verfügung stehende Zeit wird genutzt, um Schülerinnen und Schüler ein Lernen zu ermöglichen, das ihre persönlichen, fachlichen und vor allem sozialen Kompetenzen stärkt. Bildung und Erziehung erhalten damit in der Integrierten Gesamtschule einen noch höheren Stellenwert.
    • Pädagogische Situationen: In diesen Angeboten spiegelt sich das Konzept der Verzahnung von Pflicht-, Wahlpflichtunterricht, Wahlangeboten, Förder- bzw. Trainingskursen, offenen Freizeitangeboten, Neigungs- und Hobbygruppen und den schulischen Veranstaltungen (Musik, Theater) und Festen (z.B. Schul-Sportfest). Es ist auf die individuelle Förderung, auf die Interessen, Fähigkeiten sowie die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler abgestimmt. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, gilt auch hier, dass die festgelegten Projekte verbindlich von allen Lehrenden (Lehrkräfte, sozialpädagogische Fachkräfte, außerschulische Partner, Eltern) innerhalb und außerhalb der Schule gemeinsam getragen und verwirklicht werden.
    • Öffnung der Schule: Alle Beteiligten sind bei der schulinternen Weiterentwicklung eingebunden, um die Umsetzung zu erleichtern. Die Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern (Gemeinde, Kirche, Jugendeinrichtungen, freie Träger der Berufsorientierung, Sportverein) und Aktivitäten an außerschulischen Lernorten werden koordiniert und vorbereitet, um die Angebote in einen begründeten pädagogischen Zusammenhang mit dem Gesamtkonzept zu stellen. Im Sinne der Kooperation besteht ein Netzwerk mit Vertretern des Jugendamtes, der Jugendberufshilfe, der gemeindlichen und kirchlichen Jugendarbeit und freien sozialen Trägern.

    Weiterentwicklung, Strukturmerkmale und Qualitätsrahmen

    A. Steuerung der Schule

    Seit dem Schuljahr 2005/06 arbeitet in der erweiterten Schulleitung der/die jeweilige GTS-Koordinator/in mit. Sie/Er koordiniert den Ganztag und hält den Kontakt zu den Leitern der Arbeitsgemeinschaften und den Wahl- bzw. Zusatzangeboten auch und insbesondere außerschulischer Kooperationspartner.

    In der regelmäßig stattfindenden Schulleitungskonferenz werden Ergebnisse und aktuelle Fragen der Ganztagsschulentwicklung thematisiert. Über die Teamsprecher-Konferenz ist ein Informationsaustausch in die Jahrgangsteams und damit ins Kollegium gewährleistet. Anregungen aus den Teams gelangen auf diesem Weg in die Schulleitung. Darüber hinaus ist seit 2017 eine Steuergruppe installiert, über die die Schulentwicklungsschwerpunkte beauftragt und priorisiert werden.

    Die Budget-Verwaltung der GTS-Mittel erfolgt in Absprache mit der Schulleitung. Die Schule hat 1,25 Stellen in Mitteln, über die die Kooperationspartner finanziert werden. Zusätzlich teilt sich die Schule seit 3 Jahren mit dem örtlichen Leichtathletikverein einen FSJler, der u. a. für den Bereich Spielothek im Vor- und Nachmittag eingesetzt ist.

    Mit Beginn des Schuljahres 2012/13 hat die Schule eine rhythmisierte Zeitstruktur eingeführt. Die Ausgestaltung des rhythmisierten Schultags, der Schulwoche und des Schuljahres obliegt unter anderem der Steuergruppe sowie den Gremien, die in regelmäßigen Abständen über die schrittweisen Veränderungen informiert werden und Entscheidungen hierzu treffen. Zuletzt wurde das veränderte Zeitkonzept in der Gesamt- und Schulkonferenz sowie im Elternbeirat befürwortet.

    Die Evaluation und die Rechenschaftslegung des Ganztagsbereichs erfolgt über die Teamsprecherkonferenz schulintern und über den Schulelternbeirat, Förderverein und die GTS-Beauftragte aus der Schule in die Schulgemeinde bzw. zu den Kooperationspartnern.

    B. Unterricht und Angebote

    Die IGS Kaufungen bietet in jedem Jahrgang (6-zügig) drei Profilschwerpunkte (Sport-Klasse, NaWi-Klasse, Musik-Klasse) an, in die sich die Schüler mit Beginn des 5. Schuljahres einwählen. Diese Profilklassen sind mit zusätzlichen Fachstunden in den jeweiligen Schwerpunkten ausgestattet. Die Profile finden somit nicht nur im verpflichtenden Unterricht Berücksichtigung, sondern betreffen ebenfalls den Ganztagsbereich. Das Aufsuchen außerschulischer Lernorte, die Kooperationen mit außerschulischen Partnern und das AG-Angebot richten sich an den Profilen aus.

    Allen Klassen stehen unterrichtlich zwei Stunden zusätzlich zur Stundentafel für den Profil- und Projektunterricht (PRO) und eine Klassenratsstunde zu, die in die rhythmisierte Tages-bzw. Wochenstruktur integriert sind. Hier werden die Schüler fachlich-inhaltlich und methodisch entsprechend ihrer Neigungen und Stärken gefördert und haben Raum für Projekt, Freiarbeit und Methodentraining.

    Generell folgt die Zeitstruktur dem Doppelstundenprinzip, um auch genügend Phasen selbstgesteuerten Lernens zu ermöglichen. Förderkurse (etwa Lese- und Schreibförderung) und Zusatzangebote können auch in der ersten Stunde stattfinden, die sich dem Offenen Anfang anschließt. Insgesamt berücksichtigt die Zeitstruktur eine inhaltliche Ausgestaltung von an- und entspannenden Elementen.

    Neben langjährig bewährten Angeboten im AG-Bereich (Sport, Musical, Theater…) erweitert die Schule ihr Angebot nach Bedürfnissen der Schüler und Umsetzungsmöglichkeiten durch eigenes Personal oder außerschulischer Kooperationspartner (Voltigieren, Robot AG, Bildhauerei) und berücksichtigt dabei, dass möglichst unterschiedliche Begabungen und Interessen von Schülern aufgenommen werden.

    Ab dem Jahrgang 8 werden verstärkt berufsorientierende Angebote und Unterrichtsvorhaben durchgeführt. Dazu zählen der jährlich stattfindende Informationstag Studium und Beruf, Betriebserkundungen, KomPo 7, Berufseinstiegsbegleitung (Kooperation mit der Agentur für Arbeit Kassel) und das „Projekt Mensch“ unter Federführung eines freien Trägers (Jumpers e.V.). Generell verschaffen diese Projekte den Schülern eine Orientierung über die Zeit nach dem Schulbesuch entsprechend ihren Möglichkeiten und erworbenen Abschlüssen.

    Durch den Einbezug von Klassenrat- /SV-Stunden in die Stundentafel der Jahrgänge 7-10, also über die Jahrgänge 5 und 6 hinaus, und dem ergänzenden Profil- und Projektunterricht in den Jahrgängen 5 bis 8 nehmen faktisch alle Schülerinnen und Schüler am Ganztagsangebot der Schule teil.

    C. Schulkultur, Lern- und Aufgabenkultur

    Die Konzeption des Projektunterrichts (PRO) in den Projektklassen sieht neben dem selbstgesteuerten Lernen Phasen des Methodentrainings vor, die über die zweistündige Unterrichtszeit hinaus Realisierung im Ganztag finden.

    Die räumliche Ausstattung der Schule ermöglicht eine Vielzahl von Entfaltungsmöglichkeiten für die Schüler im Rahmen der von ihnen gewählten Projektthemen (Fachräume, Sport- und Außenbereich). In den drei Mal jährlich stattfindenden Vorhabentagen für alle Schüler werden ebenfalls außerunterrichtliche Angebote wahrgenommen und außerschulische Lernorte aufgesucht.

    Die intensive Förderung und Förderplanarbeit der Schule (schuleigene Förderlehrerin) hat ihren Ursprung in der Arbeit mit Selbstdiagnosebögen und Kompetenzrastern im Fachunterricht. Förderkonferenzen auf Jahrgangsteamebene und Elternkooperationen sind fester Bestanteil der Schuljahresplanung.

    Es existiert eine Hausaufgabenbegleitung durch Schüler (Lernpaten aus dem Jahrgang 10) in der Mittagspause, die von den jüngeren Jahrgängen sehr gut genutzt wird, wie auch eine fachlich ausgerichtete Hausaufgabenbegleitung am Nachmittag durch Lehrpersonen und Honorarkräfte.

    Ein neues Hausaufgabenkonzept, das auf Grund der neuen Zeitstruktur möglichst viele Inhalte in den Schultag integriert und die außerschulische Zeit von Hausaufgaben frei hält, wird derzeit gemeinsam mit der Universität Kassel im Rahmen der STeG-Tandem-Studie entwickelt. Darüber hinaus ist die Schule am LiGa-Projekt (Lernen im Ganztag) der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und des Landes Hessen beteiligt, um im Rahmen der Ganztagsentwicklung Lernzeiten und neue Formen von Förder- und Anforderungsangeboten mit Hilfe einer hessenweiten Netzwerkstruktur auszugestalten.

    D. Kooperationen

    Die Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde seit 2005 ist die älteste Kooperation mit der Schule. Zwei Schulsozialarbeiter sind schulisch und kirchlich tätig und werden im Rahmen einer Drittel-Finanzierung (Schulträger/Gemeinde/Kirche) finanziert.

    Mit der Musikschule Söhre/Kaufunger Wald existiert eine zunehmend intensivere Zusammenarbeit seit der Einrichtung des musikalischen Schwerpunkts im Schuljahr 2009/10. Musiklehrer sind am Vor- und Nachmittag an der Gesamtschule Kaufungen im Einsatz, eine Kooperation beim Verleih von Instrumenten besteht ebenfalls.

    Mit dem örtlichen Leichtathletikverein (LG Kaufungen) besteht eine Zusammenarbeit und gemeinsame Finanzierung eines FSJlers mit dem örtlichen Leichtathletikverein. Eingesetzt werden die FSJler in der Schule im Sportunterricht, vorwiegend in den Profilklassen Sport, und im Bereich der Spielothek. Unterstützung leisten sie auch bei der Durchführung von Sportturnieren und der Teilnahme bei „Jugend trainiert für Olympia“.

    In der Bibliothek besteht eine Kooperation im Rahmen der „Bürgerarbeit“. Aufgrund der Zusammenarbeit mit der Standortgemeinde Kaufungen ist eine gemeinsame Schul- und Gemeindebibliothek im Rahmen des Schulneubaus entstanden, die ab Herbst 2012 von Schülern und Bürgern genutzt wird.

    Seit dem Schuljahr 2010/11 gibt es im Rahmen der Drogenprävention eine Zusammenarbeit mit der Polizeidirektion Kassel, die eine ältere Kooperation mit dem Drogentheater „Requisit“ ablöst. Die Evaluation der beiden Angebote hat eine höhere Akzeptanz und Effizienz (Jahrgang 8 und 9) zugunsten der Zusammenarbeit mit der Polizei ergeben.

    Mit den Grundschulen, den Kindertagesstätten und der Gemeinde gibt es mehrere Arbeitskreise (Bildungsrat Kaufungen / Präventionsrat / Verein „Kinder in Kaufungen“, Bildungspaten – mit Jumpers e.V.), die neben dem Übergang von der Grundschule auf die IGS Kaufungen auch die Förderung von lern- oder sozialbenachteiligten Kindern zum Ziel hat und gleichzeitig auf die Entwicklung einer regionalen Bildungslandschaft Kaufungen ausgerichtet ist.

    Koordiniert und evaluiert werden die Kooperationen auf Jahrgangsebene in den Jahrgangsteams und der Teamsprecherkonferenz, den AG-Bereich betreffende Kooperationen in der Schulleitungskonferenz und mit dem Förderverein der Schule. Die Rückmeldungen der Schüler und Eltern sind dabei die Basis der Bewertung.

    Als Ausbildungsschule pflegt die IGS Kaufungen eine intensive Zusammenarbeit mit den Studienseminaren und der Universität Kassel.

    E. Partizipation von Schülern und Eltern

    Beschlüsse zur Entwicklung der Ganztagskonzeption sind immer in allen Gremien diskutiert worden. Ausgehend vom Schulentwicklungstag 2003 war eine Beteiligung von Schülern (über die SV) und Eltern (über den SEB) gewährleistet. Bei den zurück liegenden Schulentwicklungstagen (2011/12: Kompetenzorientierung und Ganztag; 2010/11: Neue Lernformen und Ganztag), die jeweils im Februar des Jahres stattfanden, war die Beteiligung von Schülern und Eltern auch von daher vorteilhaft, dass die Impulse, die von diesen Tagen ausgingen, breit in Schüler- und Elternschaft und somit in die Schulgemeinde getragen wurden.

    Der Förderverein ist an der Ganztagsentwicklung durch die Finanzierung von AG-Angeboten und Material für den GTS-Bereich beteiligt und gestaltet in dieser Hinsicht den Ganztag auch inhaltlich mit.

    Klassenrat und die für alle Klassen eingerichtete Klassenratsstunde (z.Z. dienstags 1. Stunde) ermöglichen einen guten Austausch und eine hohe Verbindlichkeit auf Schülerseite hinsichtlich der Entwicklung und Ergebnisse der GTS-Entwicklung.

    Eine intensive Zusammenarbeit der SV mit den Verbindungslehrern mit regelmäßigen Sitzungen und zum Teil mehrtägigen Seminaren (Teilnahme am Ganztagsschulkongress in Berlin, November 2011) ermöglicht eine aktive Beteiligung der Schüler. Den einmal jährlich stattfindenden Projekttag im Rahmen „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (Zertifizierung seit 2010) gestaltet und organisiert die SV weitgehend selbstständig.

    Im Rahmen des Praxistages bestehen Kooperationsvereinbarungen mit Betrieben aus dem Nahbereich der Schule.

    Ein regelmäßiger und sehr kooperativer Austausch zwischen Eltern und Schule findet in den Schulelternbeiratssitzungen und den regelmäßig eingerichteten Meetings der Schulleitung mit dem Elternbeiratsvorsitzenden statt.

    F. Schulzeit und Rhythmisierung

    Mit dem Schuljahr 2016/17 wurden eine neue Zeitstruktur und damit eine optimierte Rhythmisierung umgesetzt. Nach zwei differierenden Zeitmodellen, variierend für Montag, Dienstag und Donnerstag bzw. für Mittwoch und Freitag, gilt nun ein einheitliches Zeitsystem für alle Wochentage und Jahrgänge.

    Überwiegend findet der Unterricht in 90-Minutenblöcken statt, insbesondere in den Fächern und Angeboten, die entsprechend der Stundentafel unterrichtet werden. Außerdem ist auf eine Folge von anspannenden-neulernenden (Mathematik, Fremdsprachen) und entspannenden-kreativen (Kunst, Sport, Musik, PRO) Phasen geachtet worden. Durch schülerorientierte kooperative Lernformen findet sich diese Phasierung im Unterricht selbst ebenfalls wieder, was sich durch den Unterricht in 90-Minutenblöcken gut realisieren lässt.

    Gemäß dem Biorhythmus ermöglicht die neue Zeitstruktur, dass ältere Jahrgänge an ein oder zwei Tagen auch später beginnen können, um längere Unterrichtstage kompensieren zu können.

    Für (Fahr-)Schüler, die früh in der Schule ankommen, bietet der Offene Anfang ab 7.15 Uhr das allmähliche Ankommen in der Schule und die Möglichkeit, ein gesundes Frühstück am Kiosk zu erhalten.

    Das Mittagessen in der Mensa bietet zwei gesunde Essen zur Auswahl, Wasser ist gratis und die Abrechnung erfolgt mit Hilfe eines modernen EDV-Systems.

    Während der Mittagspause gibt es offene Betreuungsangebote, Hausaufgabenbegleitung und die Möglichkeit, sich in einem der drei thematischen Außenbereiche (Sportspiel-Zone, Bewegungs- und Geschicklichkeitszone, Ruhe- bzw. Rückzugszone) mehr oder weniger bewegungsintensiv aufzuhalten. Konzeptionell wird der Außenbereich im Rahmen von einer Arbeitsgruppe „Bewegte Schule“ betreut.

    Neben den Lehrkräften, der Schulsozialarbeit und den AG-Leitern sind es auch Schülerinnen und Schüler, die im Ganztagsbereich eingesetzt sind (Hausaufgabenbegleitung, Mitverantwortung in der AG Parcour sowie in der Technik-AG u.a.). Die Schulsozialarbeit ist in das Trainingsraumkonzept (Stärkung des eigenverantwortlichen Denkens nach Ed Ford) integriert und unterstützt besonders die Kolleginnen und Kollegen der unteren Jahrgänge beim Sozialtraining (auch auf Klassenfahrten).

    G. Raum- und Ausstattungskonzept

    Aufgrund verschiedener Sanierungen (Naturwissenschaften) und dem Komplettneubau der Schule (2009-2012) kann die räumliche Ausstattung der Schule einschließlich des Außenbereichs – die auf eine ganztägig arbeitende Institution ausgelegt ist – als hervorragend beschrieben werden:

    Klassenhäuser

    Der Gebäudekomplex der Klassenhäuser ist in der nord-östlichen Grundstücksecke angeordnet. Er besteht aus drei zweigeschossigen „Flügeln“, die durch eine gemeinsame Eingangshalle verbunden sind und beinhaltet den allgemeinen Lehr- und Unterrichtsbereich.

    In diesen „Klassenhäusern“ befinden sich alle erforderlichen Klassen-, Kurs- und Differenzierungsräume, sowie Lehrerstützpunkte, WC-Anlagen und Nebenräume angeordnet. Durch die Anordnung der Gebäudeflügel entsteht ein Innenhof, der als „Offenes Klassenzimmer“ genutzt werden kann.

    Das Konzept der Teamschule sieht vor, dass in einem Geschoss jedes Flügels je ein Jahrgang lernt, arbeitet und lebt. Die Flure der drei Flügel werden als Bewegungsfreiflächen und Unterrichtsbereiche im Konzept der Team-Schule mit genutzt.

    Jedes Geschoss besteht aus 6 Klassenräumen, 1-2 Kurs- bzw. Differenzierungsräumen, einem Lehrerteambereich mit Lehrerarbeitsplätzen und Konferenzräumen, Materialräumen und eigenen WC-Anlagen. Die Klassenräume des Obergeschosses verfügen zusätzlich über eine Galerie, die z. B. als Rückzugsmöglichkeit für die Schüler und individuelle Arbeitsecken genutzt werden kann. Alle Lehrerstützpunkte besitzen eine raumhohe Verglasung zum Flur, um Transparenz und Blickkontakt in die Jahrgangsbereiche zu gewährleisten. Die besondere Nutzung dieser Flure ist im Brandschutz-Konzept berücksichtigt und durch verschiedene bauliche Maßnahmen kompensiert.

    Zentralgebäude

    Im Zentralgebäude ist der Kommunikations- und Ganztagsbereich realisiert. Dieser Bereich setzt sich aus folgenden Räumen zusammen:

    Erdgeschoss:

    Bibliothek, Mediathek und Leselandschaft (gemeinsame Nutzung mit der Gemeinde), Musikräume, Schüler- und Beratungsbüro, Schulsozialarbeit, Raum der Stille und Schulsanitätsdienst, WC-Anlage mit Behinderten-WC und verschiedenen Neben- und Materialräumen.

    Obergeschoss:

    Aula mit Bühne, Musik-, Tanz- und Theaterbereich, sowie Mensa mit Küche, WC-Anlage für Mensa und Aula.

    In diesen Bereichen wurde bei Planung und Ausführung besonderen Wert darauf gelegt, dass alle Räume multifunktional nutzbar sind, z. B. für größere Veranstaltungen, Aufführungen und Events. Aula und Mensa können zum Flur hin geöffnet werden, um eine entsprechend große Fläche zu erhalten und bis zu 600 Personen Platz zu bieten. Auch in der Nutzung dieser Räume findet eine enge Kooperation mit der Gemeinde Kaufungen statt.

    Im Verwaltungstrakt der Schule befindet sich das Ganztagsbüro und der Konferenz- und Beratungsbereich für Eltern. Ein ehemaliges Lehrerzimmer kann als Rückzugsraum für das Kollegium genutzt werden (Projekt „Schule und Gesundheit: Lehrergesundheit“).

    Der Außenbereich bietet mit den drei Zonen Möglichkeit zur Bewegung und zur Ruhe für die Schüler. Zusätzlich stehen die schuleigene Sporthalle, die Sportspielhalle der Gemeinde und ein Bolz- und Beachvolleyplatz zur Verfügung.

    Die PC-Räume im Technik-Gebäude werden für Angebote im Ganztag ebenso genutzt wie die Spielothek in der Pausenhalle. Im Technik-Gebäude befinden sich Arbeitslehreräume (Holz- und Metallwerkstatt), eine Lehrküche und Lernwerkstätten (Kunst-/GL-/Kreativ-Werkstatt).

    Die Gestaltung und Nutzung aller Räumlichkeiten sind in Konzeption und Ausstattung auf den Ganztag ausgerichtet.

    H. Pausen- und Mittagskonzept

    In der integrierten Mittagspause werden in der Mensa täglich zwei warme Mahlzeiten sowie ein Salatbüffet und kostenlos „School-Water“ angeboten. Ein Dessert kann dazugekauft werden. Der Speiseplan ist frühzeitig auf der Homepage einzusehen und das Essen kann täglich bis 9.00 Uhr bestellt/abbestellt werden. Die Bezahlung erfolgt über eine Chipcard bargeldlos. Der Mensa-Ausschuss als Teil der GTS-Planung und im Rahmen des Projekts „Schule und Gesundheit: Bewegte Schule“ hat sich intensiv unter gesundheitlichen Aspekten bei diversen Anbietern kundig gemacht und evaluiert regelmäßig das Mensa-Angebot. Zusätzlich steht den Schülern täglich ein Pausenkiosk zur Verfügung, der kleine Mahlzeiten, warme Snacks und Getränke (Milch, Kakao, Saft) anbietet. Im Rahmen des „Tags der Schulverpflegung“ bietet der Jahrgang 6 gesunde Pausenverpflegung an.

    Ebenso evaluiert wird das Pausen- und Bewegungsangebot durch eine zweite Arbeitsgruppe, im Rahmen von „Schule und Gesundheit“.

    Die Mittagspausenangebote und die AG-Angebote werden in jedem Schuljahr evaluiert und weiterentwickelt, initiiert durch die Bedürfnisse der Schüler und gemäß der pädagogischen Konzeption der Schule.